Stickstoff

Die Stickstoffdüngung muss sich nach dem Bedürfnis der Sorte, der Verwertungsrichtung, der Ertragserwartung
und den im Boden verfügbaren N-Mengen (N-min.) richten. Bei Stärkekartoffeln kann durch steigende
Stickstoffgaben der Stärkegehalt in den Knollen etwas zurückgehen. Je nach Sorte und Standort ist also ein
Kompromiss zwischen Ertragshöhe und Stärkegehalt zu suchen (Maximierung des Stärkeertrages/ ha). In der
Pflanzkartoffelerzeugung sollte die N-Gabe im Hinblick auf ein frühes erreichen der Altersresistenz und der
Maskierung von Virussymptomen 100 kg/ha N nicht übersteigen.
Die Stickstoffdüngung ist in einer Gabe zu verabreichen, denn die Kartoffel hat frühzeitig einen hohen N-Bedarf.
Bis zur Blüte werden etwa 90 % des während der gesamten Vegetationsperiode aufgenommen Stickstoffs
benötigt. Nur auf sehr leichten Böden mit Auswaschungsgefahr wird die Düngergabe geteilt. ¾ der Bedarfs-
menge wird zum Pflanzen, ¼ zum Auflaufen gestreut. Hier können stabilisierte N-Dünger besonders sinnvoll
eingesetzt werden. Eine N-min Bodenuntersuchung hilft die Höhe der nötigen Stickstoff-Gabe zu bestimmen.
Zu hohe, spät gestreute N-Gaben führen zu unerwünscht starkem Krautwachstum und können die Erträge oder
Qualitäten negativ beeinflussen.
 

N-Bedarf der Sorten in kg/ha:

120 Filea, Nicola, Princess, Simone,
140 Angela, Charlotte, Linda, Pia, Secura, Serafina, Satina, Steffi, Vineta,
160 Agria, Astoria, Belana, Christa, Cilena, Cinja, Pompadur, Lady Rosetta, Leyla, Likaria, Marabel, Solara
180 Freya, Hansa, Granola, Likaria,Victoria
200 Asterix, Premiere, Climax
240 Bintje, Fontane, Martiema

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Phosphor

Phosphatsäure hat viele positive Wirkungen im Stoffwechsel der Kartoffel (Knollenansatz, Knollengröße,
Schalenfestigkeit, geringe Beschädigungsempfindlichkeit, Stärkeeinlagerung, Geschmack und Haltbarkeit).
Die Phosphorsäure ist also für alle Erzeugungsrichtungen ein wesentlicher Faktor der Qualitätsverbesserung.
Die Phosphatgabe sollte daher auch auf gut versorgten Böden bei 80-100 kg/ha P2O5 liegen.
Die Phosphatverfügbarkeit ist gerade auf Kartoffelböden mit etwas niedrigerem pH-Wert nicht immer optimal.

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Kali

Kalium ist an der Stoffbildung im Blatt, der Ableitung und Speicherung der Stärke in der Knolle wesentlich
beteiligt. Es regelt darüber hinaus weitgehend den Wasserhaushalt der Pflanze und ist für die Qualität der
Kartoffel mitverantwortlich (Schalenfestigkeit, Speisewert, geringe Beschädigungsempfindlichkeit Verhinderung
von Blaufleckigkeit).
Hinsichtlich der Wirkung auf den Stärkegehalt ist die Kaliform entscheidend:
- Chlorid-Kali hemmt die Ableitung und Einlagerung der Stärke. Chloridhaltige Kali-Dünger sollten bereits im
   Herbst ausgebracht werden, damit das störende Chlor über den Winter ausgewaschen wird.
- Sulfat-Kali (z.B. Patenkali) bringt auch im Frühjahr gedüngt hohe Stärkegehalte.

Chlorhaltige Kalidünger vor der Pflanzung im Frühjahr eingesetzt vermindern die Stärkebildung und stabilisieren
das sortentypische Kochverhalten der Speisesorten, aber beeinflussen negativ die Lagerstabilität. Bei dem
Anbau von Veredlungskartoffeln sollte Sulfat eingesetzt werden, weil vertraglich zugesagte Unterwassergewichte
von 340 bis 360 g eingehalten werden müssen. Magnesium und Mangan gegen Oberflächenschorf können als
Blattdünger bis zur Blüte zusammen mit Fungiziden zur Bekämpfung der Kraut -u. Knollenfäule ausgebracht
werden.

Die Höhe der Kaligabe liegt je nach Bodenvorrat zwischen 180 und 250 kg/ha K2O.
Die genauen Werte entnehmen Sie bitte der Nährstoffberatung.

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Magnesium

Magnesiummangel wirkt sich bei Kartoffeln mit verminderten Stärkegehalten und Stärkeeinträgen aus. Wichtig
für eine gute Magnesiumversorgung ist ein K:Mg-Verhältnis von ca. 3:1. Auch bei guter Magnesiumversorgung
der Kultur auch nach der Blüte, sind Bittersalzspritzungen bei knapper Versorgungslage empfehlenswert.

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Kalk

Die Calcium-Ansprüche der Kartoffel sind gering, sie bevorzugt eher niedrige pH-Werte. Eine Kalkung zu
Kartoffeln kann außerdem den Schorfbefall deutlich fördern. Eine Kopfkalkung mit geringen Mengen ist
jedoch möglich.

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Spurenelemente

Spurelementdüngung mit Mn, Cu oder Fe ist auf prädestinierten Mangelstandorten (Moorböden, leichte
Sandböden - insbesondere bei Trockenheit ) zu empfehlen. Bor-Mangel ist bei Kartoffeln selten zu beobachten.
Flüssigdünger mit Spurenelement - Cocktails sind auf kritischen Standorten generell positiv zu beurteilen.
Neuerdings wird versucht, durch den Einsatz von elementarem Schwefel oder 5 kg/ha Mangansulfat direkt vor
oder bei dem Pflanzen den Befall mit Oberflächenschorf zu verhindern.

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