Stickstoff

Winterraps kann im Zeitraum von der Saat bis zur Vegetationsruhe zwischen 40 und 100 kg
Stickstoff je ha aufnehmen. Dank des intensiven Wurzelwerkes können die Bestände den im
Boden vorhandenen, mineralischen Stickstoff sehr effektiv nutzen. Dieser Stickstoff reicht in
der Regel für eine optimale Vorwinterentwicklung aus, zumal nach der Ernte der Vorfrucht ,
beispielsweise Wintergerste, teils erhebliche Reststickstoffmengen vorhanden sind.

Die Herbstdüngung mit mineralischen oder organischen Düngemitteln zur optimalen
Vorwinterentwicklung der Rapsbestände ist jedoch bei folgenden Situationen zu empfehlen:
- Einarbeitung und Abbau sehr großer Strohmengen (nicht bei regelmäßiger Stroheinarbeitung)
- späte Saat, z.B. nach Vorfrucht Winterweizen
- tonige, kalte und wenig nachliefernde Böden
- schwaches Wachstum  durch nasskalte Witterung
- Schäden durch Erdfloh, Schnecken und/oder falschem Mehltau
- Wuchshemmungen durch Herbizide

Unter den genannten Voraussetzungen ist eine N-Gabe von 30 - 40 kg/ha sinnvoll. Nach
Düngeverordnung ist eine Ausbringung von maximal 49 kg/ ha anrechenbarer Stickstoff bzw.
80kg/ ha Gesamtstickstoff im Herbst zulässig. Je nach Anlass erfolgt die Düngung zur Saat
(Förderung der Strohrotte, verspätete Saat, schwere Standorte) bzw. bei Auftreten der Schäden.
Über eine Düngung zur Förderung schwacher Bestände kann erst gegen Ende September
entschieden werden. Ziel muss sein, eine Vorwinterentwicklung der Rapspflanzen von mindestens
6-8 Blättern sowie einem Wurzelhalsdurchmesser von 1cm zu erreichen. Erfolgt ein Gülleeinsatz,
so ist der Ammonium- N als pflanzenverfügbar anzusehen. Bei sehr später Düngung sind
nitrathaltige Dünger von Vorteil.

Zur Düngung sind grundsätzlich alle N-Formen, auch Gülle mit der heutzutage vorhandenen
Schleppschlauch-Technik, gleichermaßen geeignet. Wenn der Boden zu Vegetationsbeginn sehr
niedrige N-Gehalte aufweist, kann es ggf. vorteilhaft sein, zumindest einen Teil der Startgabe über
Mineraldünger abzudecken. Wegen der pflanzenbaulich erforderlichen sehr frühen
Andüngungstermine zu Winterraps ist in besonderem Maße auf die Aufnahmefähigkeit der Böden
(nicht tief gefroren, nicht stark schneebedeckt und nicht wassergesättigt) zu achten,
vgl. Düngeverordnung.
Mit der Ernte werden bei einem Ertrag von 50 dt lediglich 165 kg/ha N vom Feld abgefahren. Der
N- Bedarf, d.h. die zur Erzielung optimaler Rapserträge maximal aufgenommene N- Menge, kann
jedoch 280-300 kg/ha N betragen. Etwa 120 kg/ha N gelangen als Ernterückstände (Blätter/ Stroh)
ab August wieder zurück in den Boden und sind dort nach abgeschlossener N- Mineralisation
auswaschungsgefährdet.

Üblicherweise erfolgt die N-Düngung zu Winterraps in zwei Teilgaben. Die erste Gabe sollte
möglichst früh ausgebracht werden, da Raps bereits zum Vegetationsbeginn ein hohes N-Angebot
von etwa 80- 110 kg/ha benötigt. Die zweite Gabe zum Schossbeginn folgt etwa 3 bis 4 Wochen
später. Zu empfehlen ist, etwa 50 bis 60 % (je nach Pflanzenentwicklung) der geplanten
N-Düngermenge rechtzeitig zu Vegetationsbeginn zu verabreichen, da in diesem Zeitraum aufgrund
der niedrigen Bodentemperaturen nur eine sehr geringe N-Nachlieferung aus dem Boden erfolgt.
Eine Spätdüngung ist wegen der Gefahr des Nachblühens nicht empfehlenswert.
Hybridsorten verlangen grundsätzlich kein anderes Düngungssystem als konventionelle Sorten.

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Grunddüngung

Der Grunddüngebedarf an Phosphor, Kalium, Magnesium wird mit Hilfe der Bodenuntersuchung
bestimmt. Sie ist Voraussetzung für eine optimale Düngeplanung. Anzustreben sind Gehalte der
Klasse C. Böden mit zu geringen P-, K- bzw. Mg-Gehalten, entsprechend den Klassen A
(sehr niedrig) und B (niedrig), sollten bis zu dem Bereich der Klasse C aufgedüngt werden.
Liegen die Werte in den Klassen D (hoch) und E (sehr hoch), so kann die Düngung vermindert
werden. Dadurch werden die Nährstoffgehalte des Bodens abgebaut und in die Klasse C
zurückgeführt. Auf mittelschweren bis schweren Böden erfolgt die Grunddüngung i. d. R. auf die
Stoppel für die gesamte Fruchtfolge, vorzugsweise vor der Rapsaussaat. Auf Sandböden sollte
dagegen die Kaliumdüngung im Frühjahr erfolgen, um Verluste durch K-Auswaschung zu vermeiden.
Die Mg-Versorgung lässt sich einfach und günstig über die Kalkung (Mg-Kalk) oder auch über eine
Blattdüngung (Bittersalz) sicherstellen. Die evtl. mit Wirtschaftsdüngern zugeführten P-, K- und
Mg-Mengen sind bei der Düngeplanung zu berücksichtigen.

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pH-Wert und Kalk

Raps benötigt zur Saat aufgrund des kleinen Saatkorns einen besonders krümeligen Boden. Ein
guter Kalkzustand ist daher für Raps grundlegend wichtig. Werden hohe Rapserträge angestrebt,
muss auch der hohe Calcium- und Magnesiumentzug berücksichtigt werden. In der Fruchtfolge
eignet sich Magnesium-Kalk als Boden- und Pflanzennährstoff am besten.

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Schwefel

Neben Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium und Magnesium zählt auch Schwefel (S) zu den
Hauptnährstoffen für die Pflanzen. Dieser Mineralstoff ist notwendig zum Aufbau der Aminosäuren
Cystin, Cystein und Methionin und außerdem Bestandteil von sogenannten sekundären
Pflanzeninhaltsstoffen, d. h. in den im Raps eigentlich nicht erwünschten Glukosinolaten und
Senfölverbindungen. Aus diesem Grund hat besonders Raps einen hohen S-Bedarf. Höhe und
Qualität der Kornerträge werden in entscheidendem Maße durch die Schwefelversorgung bestimmt.
Unter S-Bedarf ist die Schwefelmenge zu verstehen, die ein Rapsbestand zum Aufbau optimaler
Erträge maximal aufnimmt. Er liegt bei mittleren Erträgen (35 - 40 dt/ha) zwischen 45 bis 70 kg S/ha.
Bei den stark zurückgegangenen Schwefeleinträgen aus der Luft sollte deshalb auf die
Schwefeldüngung von Raps nicht mehr verzichtet werden. Schwefelmangel zeigt sich bei Winterraps
durch ein "marmoriertes" Aussehen der jüngeren Blätter. An den Blatträndern beginnend ist später an
den gesamten Blättern eine rotviolette Anthozyan- Verfärbung zu erkennen. Die jüngeren Blätter
verformen sich löffelartig. Die Blütenfarbe ist fahlgelb bis schmutzig-weiß. Bei Schwefelmangel ist
der Schotenansatz sowie die Schotenausbildung unvollständig, so dass die Schoten meist aufrecht
stehen. Die Folge sind deutliche Ertrags- und Qualitätsverluste. Um dies zu verhindern, empfiehlt sich
eine S- Düngung im Frühjahr in Höhe von 30- 40 kg/ha.
Besonders bei Hybridsorten sollte eine zeitige und ausreichend hohe Schwefeldüngungsintensität
durchgeführt werden. Die Aufnahme des Schwefels in wasserlöslicher Sulfatform verläuft parallel
zur Stickstoffaufnahme. Bei ausreichendem Angebot an verfügbarem Sulfat steigt auch die
Ausnutzung des Stickstoffs durch die Rapspflanze. Bei geringer Schwefelverfügbarkeit werden
Stickstoffgaben nicht in Ertrag umgesetzt. Da Sulfat, ebenso wie Nitrat wasserlöslich ist und nicht
an Bodenteilchen gebunden wird, sollte eine kombinierte Düngung erfolgen. Dazu bieten sich im
Raps sulfathaltige Stickstoffdünger als 1. N-Gabe an.

Will man den Schwefel in einer Gabe düngen, so bietet sich Piamon 33-S an, eine Mischung aus
Harnstoff und Ammonsulfat. Bei einer Andüngung von etwa 100 kg N/ha würden gleichzeitig rund
40 kg Schwefel verabreicht werden. Auch bei Ammonsulfatsalpeter könnte der Schwefel in einer
einmaligen Gabe bei der ersten N-Düngung ausgebracht werden. Bei fast allen anderen Stickstoff-
Schwefeldüngern muss aufgrund ihres N/S- Verhältnisses die Schwefelmenge auf beide
Stickstoffgaben verteilt werden. Auf Sandböden kann auch mit der Kaliumdüngung im Frühjahr
ein Teil der S-Düngung abgedeckt werden. Der Rest ist dann mit der N-Düngung zu verabreichen.
In Betrieben mit AHL- Düngung bietet sich die Mischung mit ATS (Ammoniumthiosulfat) an. ATS
wird als fertiges Mischprodukt mit AHL mit meist 5 % S oder in Reinform vertrieben. Reines ATS
enthält 12 % N und 26 % S, was bei einer Dichte von 1,32 einem N- Gehalt von 16 % und einem
S-Gehalt von 34 % je 100 l entspricht. ATS ist deutlich aggressiver als AHL und schränkt die
Mischbarkeit mit Pflanzenschutzmitteln erheblich ein. Problematisch ist auch seine vergleichsweise
hohe Kristallisationstemperatur von -5 °C. Einmal gefrorenes ATS lässt sich nur sehr schwer
wieder in Lösung bringen.

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Spurenelemente

Von den Spurenelementen hat für die Rapspflanzen Bor eine besondere Bedeutung. Dieser
Nährstoff ist wichtig für die Befruchtung und die Ausbildung der Körner. Unter
Stressbedingungen kann die Bor-Verfügbarkeit für die Pflanzenwurzel begrenzender
Faktor sein und daher trotz ausreichender Gehalte im Boden eine zeitlich begrenzte
Unterversorgung der Pflanzen auftreten. Bor- Mangel zeigt sich durch ein verzögertes
Streckungswachstum, gestauchte und verdickte Stängel und einen unregelmäßigen Schotenansatz.
In der Praxis haben sich Bor- Gaben über die gesamte Vegetation bewährt. Besonders wichtig
ist eine Sicherstellung der Bor- Versorgung im Frühjahr währen der Schossphase sowie zu Beginn
der Blüte. Besonders Trockenheit und zu hohe pH- Werte können zu Bor-Mangel während der
Vegetationszeit führen. Bewährt haben sich außerdem flüssige Bor-Düngergaben (Bor fl. 150) in
Höhe von jeweils 1-2 l/ha. Mischungen mit Pflanzenschutzmitteln sind dabei meistens möglich.

Trockenheit und/oder Überkalkung und zu hohe pH-Werte schränken jedoch, nicht nur bei Bor,
sondern auch bei Mangan die Verfügbarkeit für die Pflanze erheblich ein. In einem solchen Fall sind
etwa 4 l/ha Mangansulfat oder auch 2l /ha Mangannitrat bei Wachstumsbeginn bis spätestens zum
Schossen zu düngen.

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